Diversifikation und Einkommensströme

Es gibt verschiedene Wege Diversifikation zu betreiben. Und Diversifikation bezieht sich nicht nur auf finanzielle Angelegenheiten.

Diversifizieren heißt, etwas streuen. Allem voran versucht man Risiken wegzustreuen.

Folgendes Beispiel:

  1. Sie besitzen ein altes Auto. Die Gefahr ist groß, dass es den Geist aufgibt
  2. Sie besitzen drei alte Autos. Die Gefahr ist geringer, dass alle drei gleichzeitig den Geist aufgeben.
  3. Sie besitzen einen Fuhrpark aus 30 alten Autos. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie ein Auto finden, dass Sie von A nach B bringt.

Oder man denkt an das Sprichwort: „Lege nicht alle Eier in einen Korb!“.

Gemeint ist, dass wenn der Korb herunterfällt, alle darin enthaltenen Eier zerbrechen können. Ist man aber mit zwei oder mehr Körben unterwegs, so sinkt das Risiko alle Eier mit einem Schlag zu verlieren.

Im Portfolio-Management spricht man von Diversifikation, wenn man sein Geld auf verschiedene Anlageklassen wie Festgelder, Immobilien, Aktien, Rohstoffe, etc. verteilt. Oder aber man spricht von einem diversifizierten Aktienportfolio, wenn darin Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, Ländern oder von verschiedenen Marktkapitalisierung (Blue-Chips, Mid-Caps, Small-Caps) enthalten sind.

Egal, wie man hier diversifiziert, Ziel ist es letztlich, die Volatilität des gesamten Anlageportfolios gering zu halten.

Income-Investoren sollten meiner Meinung aber woanders ansetzen. Das Ziel von Income-Investoren ist die Generierung von passiven Einkommen. Und dieses soll stabil sein und künftig kontinuierlich wachsen.

Der Ansatz der Diversifikation beginnt beim Income-Investor also an einer ganz anderen Stelle. Beim Einkommen.

Die Volatilität seines Portfolios kann ihm grundsätzlich egal sein, wenn er nicht daran interessiert ist dessen Substanz eines Tages als weiteres Einkommen aufzuzehren.

Aber die Volatilität seines Einkommens kann ihm, sofern er bereits darauf angewiesen ist, das Genick brechen.

Wenn aktuell beispielsweise Ölkonzerne rund 12 % des Depotwertes ausmachen, aber rund 20 % der Dividenden generieren, ist Vorsicht geboten. Chevron hat zuletzt seine Dividende konstant gehalten und nicht, wie die vergangen Jahre, seine jährliche Dividendensteigerung fortgesetzt. Sollten nun in nächster Zeit aufgrund rückläufiger Gewinne der Ölkonzerne (aufgrund des aktuell niedrigen Ölpreises) weitere Konzerne ihre Ausschüttungen konstant halten, oder gar ihre Dividenden kürzen, so sind gleich 20 % der Ausschüttungen davon betroffen!

Natürlich kann dies auch umgekehrt funktionieren. Steigt der Ölpreis in den kommenden Monaten rasant an, die Konzerne finden zu alter Umsatz- und Gewinnstärke zurück, dann kann es sein, dass die 12 % Depotwert künftig 25 % oder sogar 30 % der Gesamtausschüttungen ausmachen. Man nimmt sich so einerseits die Chance im Falle einer Trendwende im größeren Maß zu profitieren, allerdings ist das Ziel ja die Risikobegrenzung nach unten. Außerdem wären künftig im zweiten Beispiel 30 % der Ausschüttungen gefährdet.

Es sind dieselben Überlegungen, die auch bei der Senkung der Volatilität des Depotwertes aufkommen, hier aber auf die Stabilisierung der passiven Einkünfte bezogen.

Die entscheidende Frage ist, was ist das Ziel? Ein schwankungsarmes Depot oder schwankungsarme Einkünfte?

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