Finanzielle und persönliche Freiheit

In vielen Finanzblogs geht es um die finanzielle Freiheit. Es handelt sich dabei meist um das Ziel, so viel Vermögen zu akkumulieren, dass man durch intelligente Entnahme oder daraus resultierenden Ausschüttungen leben kann. Dies können Dividenden, Zinsen oder beispielsweise Mieteinnahmen sein. Es kann sich dabei aber auch um Werbeeinnahmen aus einem Blog oder einem erfolgreich gegründeten Unternehmen handeln.

Darüber hinaus gibt es aber noch die persönliche Freiheit. Damit meine ich nicht, dass man nicht eingesperrt ist oder dergleichen, sondern, dass man frei wird von gesellschaftlichen Idealen und Vorgaben, denen man von sich aus niemals folgen würde (z. B. Statussymbole). Als Folge daraus resultiert oft eine genügsamere Einstellung und ein bewussteres Konsumverhalten. Ich bin außerdem davon überzeugt, dass man ebenso einen deflationären Lifestyle führen kann, indem man sich von einigen Dingen entwöhnt. Das Ziel muss ja nicht gerade vollständige Konsumverweigerung sein.

Außerdem gibt es meiner Meinung nach Schnittmengen, da sich die beiden Freiheiten ergänzen. So habe ich mit einem bewussteren Konsumverhalten und einem genügsameren Lebensstil die Möglichkeit, meine Sparquote zu erhöhen. Ist man finanziell frei oder zumindest unabhängiger aufgestellt (z. B. durch diverse Einkommensströme) so kann man selbstbewusster seine eigenen Ideale vertreten und danach leben.

Die persönliche Freiheit ist ein Mindset, also eine gedankliche Einstellung, für das man einstehen muss, um es tatsächlich und ehrlich durchziehen zu können. Leider kenne ich persönlich nur sehr wenige Menschen, die das wirklich wollen, obwohl es selbstverständlich keine Abneigung gegen finanzielle Freiheit gibt. Dennoch bezweifle ich, dass diese Leute es bis zur finanziellen Freiheit schaffen werden, obwohl es nicht an den Voraussetzungen mangelt.

So weit so gut, aber wie setze ich das nun um? Ich denke, man beginnt am besten mit einer schrittweisen Änderung hin zum richtigen Mindset, baut seine Einkommensströme aus und festigt parallel dazu sein Mindest sowie Selbstbewusstsein. Und das zieht man sein Leben lang durch.

Wie siehst du das? Folgst du schon deinen eigenen Idealen oder führst du bereits einen deflationären Lifestyle?

4 Antworten

  • Sehr schöner Artikel , den wir voll und ganz unterstützen.
    Ich setzte sogar noch ganz provokativ einen oben drauf.
    Ich glaube, das für die jetztige Smartphonegeneration ( wir haben jeder auch son Ding ) noch mal Luxus wird, nicht(!) erreichbar zu sein. Das wird nochmal ein ganz großes Thema bei der persönlichen Freiheit.

    • Hallo Plutusandme,

      da bin ich ganz bei euch. Ich merke das jetzt schon in meinem Umfeld, dass der Stress durch die ständige Erreichbarkeit steigt und dass die ersten versuchen, entsprechend gegenzusteuern. Hier verweise ich gerne auf diverse Artikel von Marco Mattheis.

      Viele Grüße,
      Marco

  • Hallo Marco,

    Sehr interessanter Ansatz. Ganz sicher ist die finanzielle Freiheit nicht die einzige erstrebenswerte Kenngröße. Wie schwierig wäre es, wenn genug Vermögen akkumuliert ist (oder zumindest passive Einkommensquellen vorhanden sind), wenn gleichzeitig die gewonnene Freiheit nicht genutzt werden kann und Langeweile herrscht.

    Ich teile Deine Meinung, dass finanzielle Freiheit auch über das Senken der erforderlichen Kosten, sei es durch Konsumverzicht oder auch durch Lebenskostenarbitrage (z.B. Umzug nach Spanien!) erzielt werden kann. Meine persönliche Definition an finanzieller Freiheit richtet sich daher an den monatlichen Kosten und nicht ein einer großen Kennzahl a la ich muss Multi-Millionär sein. Siehe mein folgender Blogbeitrag zu diesem Thema: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/04/was-bedeutet-finanzielle-freiheit/

    Meines Erachtens schafft die finanzielle Freiheit außerdem nur die Möglichkeit seine individuelle Freiheit zu entfalten. Das kann sich dann sowohl im Nachgehen von Hobbies, Zeit für die Familie, karitative Tätigkeit odgl. niederschlagen.

    Viele Grüße,
    FF

    • Hallo FF,

      ja du hast recht. Die finanzielle Freiheit kann die persönliche Freiheit natürlich enorm unterstützen.

      Die finanzielle Freiheit mache ich ebenfalls an meinen Ausgaben fest. Ich möchte das Geld ja nicht des Geldes wegen, oder um es dann mit vollen Händen verpulvern zu können. Nein, es dient dazu meine Lebenshaltungskosten zu decken. Für Luxus möchte ich gern weiterhin arbeiten gehen, da ich denke, dass ich ihn sonst zu schnell für selbstverständlich halten würde und das wäre schade.

      Konsumverzicht bedeutet für mich auch nicht auf Konsum zu verzichten, sondern mich von dem, was ich als zu viel empfinde, zu befreien.

      Gruß,
      Marco

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.