Goodbye, Kapitalertragsteuer!

Jetzt ist die Katze aus dem Sack! Heute Morgen las ich es im Kölner Stadt-Anzeiger. Auf der Website von sueddeutsche.de ist es auch zu lesen.

Die Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer, kurz: KESt) soll in der kommenden Legislaturperiode abgeschafft werden. Und nun? Werden Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden nicht mehr besteuert? Das ist doch toll für Aktionäre. Endlich wird die private Altersvorsorge in Deutschland von der Politik gefördert.

Leider sehr weit gefehlt.

Ich kenne nicht die persönliche Steuersituation der Leser auf diesem Blog, ich vermute aber, dass es sich hauptsächlich um Menschen handelt, die im Leben stehen, Geld verdienen und dieses an der Börse investieren oder an der Börse investieren möchten, um es ganz grob und kurz zusammenzufassen.

Und genau für diese Menschen wird es vermutlich teurer. Denn künftig (ein konkreter Termin steht noch nicht fest) sollen Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz abgegolten werden. Sind es aktuell 25 % + Kirchensteuer + Solidaritätszuschlag, werden es künftig wohl einige bis viele Prozentpunkte mehr sein (dazu der Wikipedia-Artikel zum Spitzensteuersatz).

Dadurch verspricht man sich eine höhere Gerechtigkeit bei der Versteuerung von Vermögenden, die eventuell zu einem Großteil aus ihren Kapitalerträgen leben.

Vielleicht wird es eine Regelung für Bestandsvermögen geben, wie zur Einführung der Abgeltungsteuer? Wir werden sehen.

Was haltet ihr davon? Gerecht? Oder lieber auswandern, wenn man auf einem ordentlichen Kapitalvermögen sitzt.

2 Antworten

  • An sich ist es gerecht, dass Einkommen gleichermaßen versteuert wird. Ungerecht hingehen ist jedoch, dass auf alles immer mehr Steuern anfällt und die Freibeträge kaum steigen. Ich mich frage, welchen Mehrwert man vom Staat als Gegenleistung erhält. Aktuell zahle ich hohe Rentenbeiträge, habe gleichzeitig aber die Aussicht auf eine geringe Rente. Wenn ich versuche, privat vorzusorgen, „bestraft“ man dieses Vorhaben.

    • Ich sehe es ebenfalls als gerecht an, wenn alle Einkommensarten gleich besteuert werden.

      Durch die sich ändernde Demografie sieht die Aussicht bei den gesetzlichen Absicherungen nicht besonders rosig aus und auf der anderen Seite fehlt, wie du treffend sagst, vor allem für Kleinanleger, also die, die es im Alter nötig haben werden, die notwendige Unterstützung.

      Ich erwarte allerdings nicht, dass in Deutschland in naher Zukunft ein ähnlich ansprechendes System wie in den USA oder Australien eingeführt werden wird.

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