Ich kaufe Zeit

Warum sparen wir? Warum verzichten wir jetzt auf Konsum?

Ein häufiger Grund zu sparen resultiert daraus, weil wir uns etwas bestimmtes anschaffen möchten, was wir aktuell aber nicht bezahlen können, weil es zu teuer ist.

Die daraus folgende Konsequenz ist, dass wir jetzt darauf verzichten einen Teil unseres verfügbaren Geldes auszugeben und zur Seite zu legen. Diesen Vorgang wiederholen wir so lange, bis wir uns unseren Wunsch erfüllen können.

Die Beweggründe zu sparen können vielfältig sein. Man kann für den Urlaub, ein neues Auto eine Weiterbildungsmöglichkeit oder für ein finanzielles Polster sparen.

Ich habe mich entschlossen zu sparen, weil ich investieren möchte.

Und was ist meine Motivation für das Investieren? Zeit.

Unabhängig von einigen Nachteilen, die es bei Dividendenstrategien gibt (u.a. die Tatsache, dass Dividenden nicht garantiert oder fix sind), habe ich mich dazu entschlossen diese Form der Gewinnbeteiligung zu nutzen, um mir Zeit zu kaufen.

Ein einfaches Beispiel soll dies verdeutlichen:

Ein Angestellter arbeitet für 20 € je Stunde. Mit einem Investment von 2.000 € in Aktien eines Unternehmens mit einer anfänglichen Dividendenrendite von 3-4 % erhält er zwischen 60 € und 80 €.

Im Ergebnis muss er nun für das gleiche Geld 3 bis 4 Stunden weniger arbeiten.

Die Parameter hierfür kann sich jeder individuell zusammen legen um zu schauen, wie viele Stunden er oder sie im Jahr dadurch hinzugewinnt. Dazu benötigt man seinen persönlichen Netto-Stundenlohn, seine mögliche Investitionssumme sowie eine realistisch erzielbare Dividendenrendite pro Jahr.

Mein Ziel dahinter ist übrigens nicht, nicht weiter arbeiten zu wollen sobald durch Ausschüttungen mein Gehalt abgedeckt ist (wenn ich dieses Ziel überhaupt erreichen kann), sondern es geht vielmehr um meine Einstellung an das langfristige Investieren heranzugehen.

Der Blick fokussiert sich stärker auf stabile Ausschüttungen und Dividendenerhöhungen als auf Überlegungen was mit dem Kurs geschehen könnte.

Wie geht ihr an das langfristige Investieren heran? Habt ihr eine bestimmte Sicht darauf? Was kauft ihr euch von eurem Ersparten?

2 Antworten

  • Schönes Beispiel, was gut verdeutlicht, wie man Geld für sich arbeiten lässt. Ich arbeite für mein Zukunfts-Ich. In guten Jahren für schlechte Zeiten sparen. Beispiel: Bei einer Sparrate von 50% kann man von einem Jahr arbeiten 2 Jahre leben. Dividenden sind da noch nicht berüchsichtigt.

    • Hallo Ex-Studentin,

      auf deiner Annahme fußt auch mein ursprünglicher Gedanke.

      Als ich noch nichts über Investieren wusste, war die Idee in der ersten Hälfte des Lebens so viel zu sparen, dass es für die zweite Hälfte reicht. Zugegeben, bei mir war es eine Milchmädchenrechnung, weil ich anfänglich nicht bedachte, dass ich die Dauer der anderen Hälfte ja gar nicht kenne.

      Deswegen halte ich aber auch nicht so viel von Kapitallebensversicherungen oder Rentenversicherungen, die nur bis zu einem bestimmten Alter zahlen.

      Letztlich kam dann der weitere Schritt diese Zeit eben nicht aus Kapital, sondern aus Zahlungsströmen zu überbrücken.

      Was natürlich nicht bedeutet, dass man keinen Kapitalpuffer beiseite liegen haben sollte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.