Lieber ein gutes Kreditscoring als ein zu großes Cashpolster

Immer wieder finde ich das Thema des Notgroschens. Er soll dazu dienen unerwartete Ausgaben abzufangen und davor bewahren für sämtliche außerordentlichen Ausgaben sein Konto zu überziehen oder kleinere Darlehen in Anspruch zu nehmen.

Ja, richtigerweise verfügt man über eine kleine finanzielle Notreserve an die man jederzeit herankommt. Ob diese nun bar unter dem Kopfkissen liegt, dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto verwahrt wird, ist dabei egal. Doch es gilt dabei ein paar Fehler zu vermeiden.

Erstens sollten die Rendite bei der Cash-Reserve keine übergeordnete Rolle spielen. Auch wenn es auf diesem Blog hauptsächlich darum geht, sein Geld für sich arbeiten zu lassen. In diesem Fall ist es ausnahmsweise egal. Dieses Geld liegt für den Notfall bereit. Man kommt jederzeit an dieses heran. Der Preis dafür ist, dass es schlechter verzinst wird und nicht selbst arbeiten kann, womit wir auch schon zum nächsten Punkt kommen.

Zweitens sollte diese Reserve nicht zu groß sein.
Es wird oft empfohlen sechs bis zwölf Nettogehälter zur Seite zu legen, manche sprechen sogar von 24 Monatsgehältern. Das ist definitiv zu viel. Und überhaupt. Warum sollte man sich am Einkommen orientieren? Es ist eine Notfallreserve für Ausgaben. Also sollten als Bemessungsgrundlage die monatlichen oder jährlichen Ausgaben herhalten. Die Größe der Reserve ist eine sehr individuelle Entscheidung. Ich würde derzeit beispielweise nicht mehr als sechs Monatsausgaben auf der hohen Kante haben wollen, weil ich denke das Geld produktiver anlegen zu können und somit die Vermögensbildung voranzutreiben. Ich habe damit außerdem 80 – 90 % der Fälle größerer und sofort zu leistender Ausgaben abgedeckt.

Drittens solltest du dir auch Gedanken um deine Kreditwürdigkeit machen. Vielleicht schaffst du es mit deinem Notgroschen den Großteil aller Eventualitäten abzufangen und deine Reserve somit so klein wie möglich und so groß wie nötig zu halten. Aber sollte dich doch eine unerwartete Zahlung ereilen, kannst du mit einer guten Bonität zum Kreditinstitut deines Vertrauens gehen und eben diese Zahlung dennoch ohne große Probleme überbrücken.

Viertens kann durch stetig steigendes Einkommen ebenfalls die Notfallreserve reduziert werden, wenn im selben Zuge nicht auch die Ausgaben entsprechend ansteigen, da sich die monatliche Liquidität so ebenfalls erhöht.

Um die vier Punkte noch einmal zusammenzufassen kann man sagen, dass man sich nicht zu viel mit Konditionsvergleichen aufhalten sollte (die wahre Kraft der Rendite liegt in der langfristigen Anlage), die Reserve nicht zu groß sein sollte, damit die langfristige Rendite nicht geschwächt wird. Man sollte sich im wirklichen Notfall Liquidität von dritten beschaffen können und ein steigendes Einkommen, bei gleichbleibenden Ausgaben, ermöglicht weiteren finanziellen Spielraum.

 

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