Meine Motivation

Monat um Monat packe ich Betrag X, bzw. so viel ich nur irgendwie aufbringe in mein Aktiendepot.

Es gibt Monate, da schaffe ich es nicht etwas zu investieren, da ich die Rechnung für meine Fortbildung oder eine andere größere Ausgabe habe. Aber alles in allem gibt es keinen Monat in dem ich nicht zumindest versuche einen Betrag zum Investieren aufzubringen.

Was treibt mich dazu? Am langen Ende steht meine Vision. Sie ist ein abstrakter und noch nicht wirklich greifbarer Zustand in ferner Zukunft.

Das Dinge, die wir nicht sehen oder anfassen können oft schwieriger zu begreifen sind, macht es auch nicht unbedingt einfacher, dass große Ziel der Finanziellen Freiheit im Auge zu be- und an diesem festzuhalten.

Es macht also durchaus Sinn, diesen Weg in einzelne Abschnitte zu unterteilen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir am leichtesten fällt, wenn ich die angestrebte Zielgröße einfach stetig um ein wenig mehr steigere und mir nicht umbedingt eine absolut feste Deadline setze, diese zu erreichen. Um bei der Finanziellen Freiheit zu bleiben habe ich mir zunächst das Ziel vorgenommen 10.000 € anzusparen. Danach habe ich auf 20.000 €, danach auf 30.000 € erhöht. Immer wenn ich dem Ziel schon sehr nahe war, habe ich auch einen Zeitpunkt zur Erreichung definiert. Dadurch wurde es für mich einfacher, das Zwischenziel auch wirklich zu erreichen und das wiederum gab mir einen starken Motivationsschub, auf das folgende Ziel hinzuarbeiten.

Es ging also weiter mit 50.000 € und 75.000 € und letztlich 100.000 €. Aktuell arbeite ich konsequent an 150.000 €. Und danach vermutlich 200.000 €, aber darüber mache ich mir derzeit eher weniger Gedanken.

Ein weiterer Motivationsfaktor ist für mich meine mittelfristige Planung. Diese erfolgt anhand einer Excel-Hochrechnung. Das Motivierende daran ist vor allem die Berücksichtigung des Zinseszins und wie sich dieser in weiterer Zukunft eventuell auszahlen kann. Hier finden schon ein paar Gedankenspiele statt. Ich schätze, es handelt sich dabei um den selben psychologischen Vorgang, der auch Lottospieler dazu bewegt, regelmäßig die Glücksspielscheine auszufüllen und sie vom Jackpot träumen lässt.

Aber der wichtigste Motivator sind und bleiben die Ausschüttungen sowie deren stetiges Wachstum. Ob man diese nun in Spotify-Abos, Tankfüllungen, Handrechnungen, Mieten oder was auch immer umrechnet, aber man sieht schwarz auf weiß auf seinem Kontoauszug, dass man unmittelbar Geldgutschriften bekommt. Aber auch hier besteht durch das Buchgeld noch eine hohe Abstraktheit, weswegen ich 2016 jeden Dividendenbeleg aufbewahrt habe.

Auf die Idee kam ich durch einen Artikel von Tim McAleenan jr. „The Transformative Moment of My Investing Life“:

And then, I saw a bunch of checks sitting on the grandpa’s desk. When I inquired, he explained that “Mr. Smith” did not trust electronic deposit, and chose to pick up his dividend checks himself. I am glad I got to experience that moment. While it is nice and convenient that everything is electronic these days, I do think it sometimes takes away from the “realness” of the fact that we are dealing with living, breathing businesses when we buy shares of stock in a company.

Hier das Ergebnis meiner Belegsammelaktion:

Belege
4 cm Dividendenbelege aus 2016

Was motiviert euch konkret, ständig am Ball zu bleiben und einen großen oder auch kleinen Teil eures Geldes regelmäßig zu investieren, um am Ende vielleicht ein größeres Ziel zu erreichen?

5 Antworten

  • Hehe, witzige Aktion mit den ausgedruckten Dividendenbelegen.

    Ich persönlich bin zur Zeit noch in der Findung meiner Strategie, tendiere aber auch stark dazu, den Fokus auf Dividenden von Burggraben-Unternehmen zulegen. Der regelmäßige Blick aufs Konto, wenn die Ausschüttungen wieder gekommen sind, motiviert ungemein.

    Das große Ziel wie finanzielle Unabhängigkeit, eine schöne Rente usw. habe ich sicherlich auch. Dennoch ist es mir mit Anfang 20 noch zu weit weg bzw. das Ziel ist noch in weiter Ferne. Da sind mir die Themen Ausbildung und berufliche Karriere erstmal wichtiger. Aber deine Vision, dein Weg werde ich weiterhin beobachten, da diese auch meiner Überzeugungen entsprechen.

    Neben dem Spaß, mich mit der Bewertung der Unternehmen und Märkte zu beschäftigen kommt für mich aber auch der Sicherheitsaspekt eines Sachwertes, nämlich dem Anteil an einem Unternehmen, hinzu („Die Abschaffung des Bargelds“ von Norbert Häring hat mich da etwas zum Grübeln gebracht, insbesondere im Bezug auf die Einlagensicherung der normalen Bankprodukte ala Sparbriefe, Sparbuch etc.).

    • Hi emexy,

      und Danke für’s Vorbeischauen!

      Ja, ich musste Ende 2015 an den verlinkten Artikel denken und dachte mir, dass ich die Belege zumindest mal gebündelt sammle. Ich kann mich auch noch gut an Januar/Februar erinnern, als noch nicht wirklich ein Fortschritt ersichtlich war. Zehn Monate später sieht es dann schon ganz anders aus.

      Ich starte nun ins fünfte Jahr, indem ich konsequentes Dividendeninvestiveren betreibe und muss sagen, dass es sich für mich bereits jetzt schon ausgezahlt hat. Ich habe die letzten Jahre aber auch Zeit und Geld für meine berufliche Weiterbildung investiert. An dieser hänge ich noch sehr und bin froh, wenn ich möglichst lange arbeiten kann; nur eben nicht muss.

      Das Investieren soll bei mir möglichst wenig Aufwand erzeugen, weswegen ich Unternehmen nicht ins Detail bewerten möchte, sondern lieber auf die zahlreichen Analysen im Netz zurückgreife. Was meine Strategie angeht ähneln sich die meisten Depots ja doch schon sehr. Zumindest stößt man schnell auf Überschneidungen. Der einzige Unterschied sind eher die Ein- und Ausstiegskriterien.

      Was die Diskussion um das Bargeld angeht, kann ich aus mangelndem Interesse wenig mitreden, denn für mich gibt es dabei nur liquide Mittel oder investierte Mittel. Ich beschrieb das mal in einem Kommentar bei Tim Schäfer.
      Die liquiden Mittel sind für mich dabei weniger Wert als investierte Mittel in Produktivkapital, denn letztere arbeiten für mich. Die Liquidität möchte ich dabei so hoch wie nötig und so gering wie möglich halten.

      Es freut mich, wenn du weiterhin hier vorbeischaust und ich bin davon überzeugt, dass du deine Strategie, mit der du gut leben kannst, finden wirst. Immerhin machst du dir ja schon sehr viele Gedanken, wo andere in deinem Alter noch sehr weit entfernt sind.

      Gruß,
      Marco

      • Hallo ihre beiden,

        Bin auch mal wieder da, und gebe meinen Senf dazu.
        emexy: Gerade du mit Anfang 20 hast aktuell wahrscheinlich noch nicht soo große Verpflichtungen. Ich kann dir nur raten, mach das beste daraus. Vermögen werden in den 20ern gebildet!

        Du sagst, dass das Ziel der finanziellen Freiheit noch so weit entfernt ist, dass es noch in großer Ferne liegt. Bitte glaube das nicht, nur weil die Mehrheit der Deutschen und Österreicher nicht wissen, wie sie ihr Geld vermehren. Klar kann man 30-40 Jahre warten bis der Zinses-Zins aus deinen durchschnittlich 8% am Aktienmarkt ein kleines Vermögen machen.

        Aber wie dir Marco auch bald bestätigen wird: Es geht viel schneller. Ich selbst bin jetzt 24 Jahre alt und verdiene an der Börse teilweise mehr als in meinem Job. Gut, man muss dazu sagen, dass ich nur einen Teilzeit-Job verfolge, aber das konnte ich auch nur realisieren, weil ich mich auf die für mich richtigen Dinge konzentriert habe.

        Wie gesagt: Lass dir nicht einreden, dass es 30 Jahre dauert bis man von seinen Investments leben kann. Das ist absoluter Bullshit. Man muss sich nur etwas mehr mit seiner Strategie beschäftigen.

        Du schreibst du hast Spaß daran Unternehmen und Märkte zu beobachten und zu bewerten. Das ist doch die perfekte Vorraussetzung hier wirklich etwas auf die Beine zu stellen.

        Ich muss gestehen, ich mache dies nicht, ich handle meist die selben 10-20 Aktien. Aber für mich funktioniert es und das kann es für dich auch.

        Tut mir leid, dass ich hier so einen Roman schreibe, aber ich muss mich einfach immer melden, wenn jemand glaubt, dass man es nicht selbst in der Hand hat. Niemand muss so lange auf die wohlverdiente Rente warten.

        mfG Chri

        • Danke für deinen umfangreichen Kommentar, Chri!

          Ich denke auch, dass man mit der vollen Überzeugung seiner Strategie sehr viel erreichen kann. Natürlich muss sich auch bewähren, dass die eigene Vorgehensweise funktioniert. Ist dies der Fall, braucht man sich von anderen aber wirklich nicht mehr verunsichern lassen.

          Bisher spricht die Entwicklung der von mir verfolgten Dividendenstrategie jedenfalls für sich. Und auch wenn mir viele Bekannte einreden wollen, dass Vermietung von Immobilien sicherer und profitabler wäre, lasse ich mich nicht mehr von meinem Weg abbringen. Ich lehne dabei aber nichts kategorisch ab. Es kann durchaus sein, dass ich mir irgendwann auch mal eine vermietete Wohnung anschaffe, um mein Portfolio auszubauen und damit mein passives Einkommen weiter zu diversifizieren. Im Moment fahre mit den weniger kapitalintensiveren Möglichkeiten so gut, dass ich selbst damit zufrieden bin und ruhig schlafen kann.

          Aber wie dir Marco auch bald bestätigen wird: Es geht viel schneller.

          Ich freue mich, wenn ich das in ein paar Monaten tatsächlich bestätigen kann. 🙂

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