Minimalism TAG

Gerne schließe mich der Beantwortung der folgenden sechs Fragen an.

What drew you to minimalism?

Ich mochte Ordnung schon immer. Noch lieber mag ich einfach gehaltene Strukturen und Prozesse. Obwohl ich es bereits früh praktizierte war mir lange nicht bewusst, dass das Ganze unter dem Begriff Minimalismus gehandelt wird. Erst als mir ein Vorgesetzter vom Buch Simplify Your Life berichtete (von dem ich sogar vorher schon gehört, es aber nie beachtet hatte) begann ich mich mit dem Begriff Minimalismus auseinander zu setzen. Bis heute mag ich diesen Begriff dafür nicht wirklich, sondern bevorzuge Einfaches Leben. Denn das ist mein Ziel: Alles so einfach wie möglich zu halten.

How did you start the decluttering process?

Wie ich begann weiß ich noch: Schnell und radikal. Wann ich anfing weiß ich nicht mehr genau, aber es wird zwischen 2009 und 2010 gewesen sein. Ich habe mich dabei an den Ebenen von Simplify Your Life gehalten und mit Dingen begonnen. Zuerst versuchte ich große Dinge auszumisten (was den größten sichtbaren Erfolg brachte und mich unheimlich motivierte dranzubleiben) und bis heute sortiere ich bewusst kleine Dinge aus und es wird ein ewig währender Prozess bleiben. Des Weiteren habe ich meine Finanzen im Griff (das war rückblickend schwieriger als es währenddessen aussah). Heute habe ich danke eines karre.de-Artikels eine sehr einfache Vorgehensweise. Die abstrakteren Themen Zeit, Gesundheit, Beziehungen, Partnerschaft wage ich im Moment nicht zu bewerten, aber auch hier lerne ich bewusst dazu.

Have you ever counted all your things? If so, how many things do you own?

Nein, das habe ich nie getan (auch wenn ich es oft vorhatte) und werde es so schnell vermutlich auch nicht tun (da es immer noch viel zu viele sind um sie zu zählen). Dennoch habe ich nicht mehr das Gefühl, dass ich zu viel besitze und das ist es was für mich zählt. Dennoch halte ich noch an einigen in meinen Augen nicht ganz so wichtigen Gegenständen fest (z.B. TV oder Tablet, obwohl auch noch PC und Smartphone vorhanden sind). Ich denke, dass ich auch hier zukünftig noch Potenzial finde. Gerne würde ich irgendwann mein Bett gegen ein japanisches Futon austauschen.

What are your tips for dealing with the desire for more?

Zwei ganz entscheidende Punkte, durch die ich seit weit mehr als zwei Jahren kein Verlangen nach mehr habe:

  1. Definition meines maximalen Lebensstandards. Ich weiß was ich maximal haben möchte, was ich maximal brauche und habe längst festgestellt, dass ich all das bereits erreicht habe. Ich möchte kein Großverdiener sein, keine Yacht, keine Villa und auch keinen Privatjet. Das sind jetzt überzogene Dinge, aber worauf ich hinaus möchte, sollte klar sein. Ich finde sogar, dass ich teilweise über meinen maximalen Ansprüchen lebe (beispielsweise mit meinem Auto).
  2. Opportunitätskosten: ich kam früh mit BWL und Rechnungswesen sowie VWL in Berührung und diese Fächer haben mich sehr geprägt. Einerseits, weil sie mich faszinieren, andererseits weil ich ihnen in vielen Weiterbildungen wieder begegnete. Außerdem handelt es sich bei einem der Hauptthemen meines Blogs nicht zufällig um das Thema Vermögensbildung. Wenn ich vor dem Objekt der Begierde stehe und nun die Entscheidung über das Kaufen oder Nichtkaufen treffen muss, durchlaufe ich die Opportunitätskosten. Die ersten zwei Überlegungen: (1) Brauche ich das wirklich oder wie lange macht es mich glücklich? (2) Was wird aus dem Geld, wenn ich es anlege/investiere und stattdessen auch nichts anderes davon kaufe? Da die Antwort auf die erste Frage fast immer nein lautet, stelle ich mir diese nach so langer Zeit immer seltener und gehe direkt zu Frage 2. Deren Antwort kann ich natürlich nicht genau bestimmen, aufgrund von Vergangenheitswerten und mit gesund optimistischen Zukunftserwartungen aber in etwa überschlägig ermitteln.

How do you deal with non-minimalists in your life?

War ich zu Beginn von Grund auf begeistert, dass das Kind nun einen Namen hatte, wollte ich gerne auch andere Menschen missionieren. Geritten von dem Gedanken: Was gut für mich ist, muss auch gut für andere sein. Vorbei an der Realität und auch vorbei an den Angesprochenen. Minimalismus oder einfaches Leben ist in meinen Augen eine Grundsatzentscheidung. Möchte ich an immer höher, schneller, besser teilnehmen? Oder möchte ich endlich zufrieden sein und genießen, was ich schon habe (und ich bin der Meinung, dass wir in Deutschland, zumindest die meisten, mehr als genug haben).

Do you have any guilty pleasures where minimalism doesn’t apply?

Ich denke hier an die beiden Themen meines Blogs. Auf der einen Seite der Vermögensaufbau (getrieben vom Kapitalismus) und auf der andere Seite das einfache Leben, das von Konsumkritik bis hin zur Selbstversorgung mit den Werten der Wachstumsökonomie nicht so viel anfangen kann. Hierbei sind beide Themen Vermögensaufbau und Minimalismus keine Philosophie, sondern vielmehr Werkszeuge zur Erreichung meiner Ziele.

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