Minimalistische Finanzen

Ein Thema, welches meines Erachtens nach zu wenig in den einschlägigen Minimalismus-Blogs angesprochen wird, ist Finanzen. Deswegen heute ein kürzerer, dafür aber persönlicherer Beitrag zu diesem Thema.

Den meisten, die sich für Minimalismus und einfaches Leben interessieren, dürfte klar sein, dass eine Folge dieser Lebensweise bewussterer und weniger Konsum sein kann. Daraus ergibt sich wiederum, dass man (bestenfalls langfristig) mehr Geld im Portmonee hat.

Doch was tun mit diesem Geld? Achtung Disclaimer: Es handelt sich hierbei um keine allgemein gültige Regel und erst recht nicht um eine finanzielle Beratung. Vielmehr teile ich meinen Weg und meine Handhabe mit Finanzen mit. Es kann sein, dass es nicht zu deinen Lebensumständen passt, noch, dass du für diverse Dinge keinen Bedarf hast. Zu einigen in diesem Artikel genannten Produkten/Lösungen bedarf es ausführlicher Recherche und Beratung, da sich diese individualisieren lassen. Lange Rede kurzer Sinn. Folge meinen Ausführungen nicht blind und mach dich selbst schlau und bilde dir deine eigene Meinung. Danke.

Im meinem Minimalist-Tag-Beitrag erwähnte ich zum Thema Finanzen einen karriere.de-Artikel, der meinen Umgang stark vereinfacht, aber auch stark geprägt hat. Bei dem Artikel handelt es sich um einen Ratgeber mit dem Titel Der erste Job? Jetzt die Finanzen regeln!, der sich entsprechend auf jüngere Menschen bezieht, die sich in der Ausbildung oder aber am Ende ihres Studiums befinden.

Kurz zusammengefasst wird darin erläutert, dass man zu Beginn lediglich ein laufendes Konto (Girokonto) sowie eine kleine Rücklage benötigt. Wer wirklich schon langfristig investieren möchte, sei mit einem flexiblen Fonds- oder ETF-Sparplan gut beraten.

Zu Versicherungen schreibt man, dass zu Beginn eine private Haftpflichtversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung ausreichend seien. Und ein paar Hinweise findet man dort auch zur privaten und gesetzlichen Krankenversicherung.

Wie schon angesprochen, habe ich mich sehr von diesem Artikel leiten lassen. Demzufolge habe ich heute noch genau zwei Konten. Ein Girokonto und ein Depot (tatsächlich sind es ein paar mehr, darunter eine Altlast einer Bausparkasse die mich damals, als ich noch den Traum vom Eigenheim verfolgte, mit einem guten Spot überzeugt hat, aber alles in allem nicht erwähnenswert).

Auf meinem Konto befindet sich meine Rücklage (die ich so gering wie möglich halte) und der Rest wandert in unregelmäßigen Abständen ins Depot (bis dahin habe ich aber auch viel ausprobieren müssen).

Auch bei den Versicherungen orientiere ich mich derzeit lediglich an den im Artikel genannten Lösungen.

Insgesamt fuhr ich die letzten drei Jahre sehr gut mit diesem Weg und im Moment sieht es nicht so aus als würde ich meine Handhabe kurzfristig ändern. Für mich ist diese Vorgehensweise einfach, überschaubar und praktikabel und das ist letzten Endes das, was ich möchte.

Weitere Anregungen zum einfachen Sparen findet ihr im Buch von Nina Jacobi: Finanzieller Minimalismus *. Das Buch richtet sich an Leute, die Sparen gerade erst für sich entdeckt haben und ein paar handfeste Praxistipps gebrauchen können.

Wie minimalistisch sind deine Finanzen? Hast du eine andere Vorgehensweise oder tauschst du dein Geld, was durch weniger Konsum übrig hast lieber in freie Zeit bzw. weniger Arbeitszeit ein?

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10 Antworten

  • Über mein Kontensystem hast du ja schon genug gelesen :). Letzten Endes sind wir gar nicht mal sooo weit auseinander: Ich habe ein Giro- und ein Gemeinschaftskonto (gleicher Online-Zugang), ein Tagesgeldkonto, ein Depot, einen kleinen Bausparvertrag und noch eine Kreditkarte. Die letzteres 3 sind per Lastschrit gesteuert, sodass ich da nichts machen muss. Habe noch ein weiteres flexibles Festgeldkonto, was ich derzeit aber nicht nutze.

    • Hallo und danke für deinen Kommentar. Ich habe bei dir nicht nur gelesen, sondern sogar ein paar Worte dazu hinterlassen. Da hat es wohl ein technisches Problem gegeben. 🙁

      • Ein Kommentar von dir ist bei mir angekommen. (Meistens sitzt das Problem vor dem Bildschirm. Habe nun gelernt, dass man bei wordpress nicht ausversehen 2x auf „genehmigt“ klicken darf, weil sonst das Gegenteil erreicht wird. :D) Das Thema Minimalismus ist auf jeden Fall sehr interessant und noch mal ein neues Kapitel beim Thema Selbstreflektion. Steht auf meiner ToDo-Liste für weitere potentielle Blogartikel.

        • Streng genommen bin ich erst über den sogenannten Minimalismus zum Thema Vermögensaufbau gekommen. Interessant finde daran ich eigentlich den inhaltlichen Interessenkonflikt zwischen einfachem und konsumkritischen Leben und Vermögensaufbau über Anteile an Konzernen, die oft eben diese geforderte Nachhaltigkeit nicht erbringen, oder erbringen können.

          In der Praxis ergänzen sich beide Themen dafür richtig gut. Konsumiere ich kritischer und bewusster, konsumiere ich wahrscheinlich weniger und habe mehr, um es zur Seite zu legen. Für mich auf jeden Fall ein sich ergänzendes Paar.

  • Hallo Marco,

    ich habe zwischen Depot und Girokonto noch ein Tagesgeldkonto geschaltet. Dieses ist entsprechend auch das Verrechnungskonto meines Depots. Meine Finanzen sind damit sehr simpel aufgebaut: Nach Gehaltseingang überweise ich automatisch via Dauerauftrag 56% meines Gehalts auf mein Tagesgeldkonto. Mein Tagesgeldkonto umfasst gleichzeitig einen festen Notgroschen und den risikolosen Teil meiner Geldanlage. Wenn mir danach ist, setze ich mich hin und investiere in mein Depot. Das war’s. 🙂

    Liebe Grüße
    Alexandra

    • Hallo Alexandra,

      schön, dass du ein paar Worte hier lässt.

      Kontenmäßig verlierst du den Überblick wohl nicht so schnell. Ein Tagesgeldkonto hatte ich auch mal dazwischen, jedoch ist mein Notgroschen so klein, dass ich für die Übersichtlichkeit auf ein Konto sowie ein paar nicht erwähnenswerte Prozentpünktchen an Verzinsung gern verzichte.

      Viele Grüße,
      Marco

  • Ich besitze mehrere Konten. Ein Girokonto und ein Tagesgeldkonto. Auf das eine kommt mein Gehalt, auf dem anderen ist eine Rücklage von 3 Gehälter, für Urlaub etc.
    Dann habe ich ein Depotkonto bei einem Onlinebroker und ein Konto bei einem Forexhändler. Weiter habe ich noch eine Kreditkarte mit einem Extrakonto, aber auf dieser befindet sich nur ein kleiner Betrag.
    Ich habe das so großflächig angelegt um überall die besten Konditionen zu bekommen. Dabei habe ich streng darauf geachtet, dass die Konten (außer dem Girokonto) kostenlos sind, da ich keinen Kundenservice benötige. Auch die Aktiendepots habe ich von einander getrennt, da der eine Broker auf Aktien im herkömmlichen Sinn spezialisiert ist und der andere auf den Forexmarkt.
    Ob das nun alles Sinn macht oder nicht, weiß ich nicht. Aber es ist der einfachste Weg für mich die Übersicht zu behalten. Ich habe mich dank Birger Schäfermeier umfassend mit Fremdwährungen beschäftigt und überlege weitere Konten aufzumachen in unterschiedlichen Währungen. Wenn dann die Währung sinkt/steigt, dann ist dies Geld für mich. Quasi eine Art passives Einkommen.

    Aber bis dahin wird noch Zeit vergehen. Liebe Grüße,

    Gustav

    • Hallo Gustav,

      vielen Dank, dass du deine Erfahrungen hier teilst.

      Ich selbst halte zwar nichts von den Birger Schäfermeiers und Koko Petkovs dieser Welt, aber wenn jemand mit deren Trading-Ansätzen zurechtkommt und damit Erfolg hat, dann gönne ich es ihm.

      Ich würde es aber nicht wagen, dabei von passivem Einkommen zu sprechen. Dazu muss ich aber versöhnlich ergänzen, dass es auch Leute gibt, die behaupten stures Aktiensparen sei aktives Investieren (wegen der Einzeltitelauswahl). So hat halt jeder seine subjektive Definition der Begriffe passives Einkommen sowie passives Investieren.

      Wirklich wichtig ist in meinen Augen, dass egal wie das eigene Kontensystem angelegt ist, dass es demjenigen, der es nutzt, das Leben so einfach wie möglich macht.

      Viele Grüße,
      Marco

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