Motiviert beim Investieren

Neulich sprach ich mit einem Kollegen darüber, wie man Mitarbeiter, die einem sehr routinierten Job nachgehen, ohne monetäre Anreize motivieren könnte. Wie man weiß, macht Geld Mitarbeiter nur bis zu einem bestimmten Grad glücklicher und außerdem entscheidet sich ein Unternehmen sicher für eine günstigere Variante als die monetäre Vergütung, falls es diese gibt.

Bei Berufen mit Vertriebsschwerpunkt kann man Zielzahlen wunderbar dazu verwenden um sich mit anderen Kollegen zu messen und einen kleinen Wettbewerb daraus veranstalten und der Mitarbeiter mit dem besten Ergebnis erhält am Ende des Monats, Quartals, etc. eine kleine Anerkennung in Form eines Incentive. Das ist soweit bekannt.

Wie aber motiviert man die Mitarbeiter, die am Schreibtisch sitze, keine Kunden akquirieren und eher im Backoffice sitzen oder ähnlichen Tätigkeiten nachgehen? Inspiriert von Videospielen kamen wir schnell auf Achievments. Warum Achievments und wie würden wir diese einsetzen?

Eine Voraussetzung dafür ist sicherlich eine funktionierende und sehr gut integrierte EDV. Somit können viele Arbeitsschritte protokolliert und ausgewertet werden. Achievments können darüber hinaus sehr komplexe Arbeiten wie auch die banalsten Dinge belohnen.

Um es mit der Banalität auf die Spitze zu treiben stell dir vor, du arbeitest mit einem bluetoothgestützten Locher, der jeden Lochvorgang zählt und dem System mitteilt. Nach dem hundersten Lochvorgang erscheint ein kleines Icon in einer Bildschirmecke mit der Nachricht „Glückwunsch! Du hast 100 Mal gelocht!“. Dies würde man schließlich bei 250, 500, 1000, 2500, … Vorgängen wiederholen. Genauso kann man Arbeitsschritte zu Achievments kombinieren oder Arbeiten die unterhalb der festgelegten Prozesszeit erledigt werden entsprechend honorieren. Es ist eine Form des Betriebs danke zu sagen.

Selbstverständlich kann der Mitarbeiter sich davon alleine nichts kaufen, aber wenn daraus ein gesunder Wettbewerb unter den Mitarbeitern entsteht, könnte die Produktivität der Mitarbeiter eventuell gesteigert werden. Eine weitere Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Mitarbeiter entsprechend auf ein solches System anspringen und sich damit anfreunden können.

Was hat das alles denn jetzt eigentlich mit investieren zu tun?

Genau da fängt es an langweilig zu werden. Denn wenn dieses System bei Videospielen funktioniert, in diversen Internetservices genutzt wird, eventuell die Produktivität von Betrieben steigern kann, warum soll es nicht auch beim Vermögensaufbau helfen können?

Du meldest dich bei deinem Broker an und erhältst die Meldung „Glückwunsch! Du hast deine erste Dividendenzahlung über 100 € erhalten!“ oder „Glückwunsch! Du hast insgesamt bereits 5.000 € an Dividende erhalten!“

In wirtschaftlichen Schwächephasen erhältst du aufmunternde Worte wie „Wahnsinn du hältst Aktie XY oder ETF YZ bereits seit 3 Jahren – schau dir hier deine erhaltenen Ausschüttungen und die Gesamtperformance an“.

Ein wenig weiterentwickelt und ausgereift, kann ich mir vorstellen, dass ein solches Achievement-System gerade Anleger die mit dem Investieren beginnen enorm motivieren kann. Alternativ kann man selbstverständlich auch einfach auf seine Depotumsätze schauen um zu sehen, wie viel man von seinen Unternehmen ausgeschüttet bekommen hat.

2 Antworten

    • Hallo Teilzeitinvestor!

      Das Patentamt prüft noch. 😉

      Wie gesagt, soll dies nur verdeutlichen, welch banale Dinge sich tracken und belohnen ließen. Diese Erfahrung habe ich aus Videospielen gezogen, in denen man für zurückgelegte Meter/Kilometer oder gefallene Höhenmeter belohnt wird. Einfach um die Leute, auch wenn sie sich nicht gerade mit schwierigen Endgegnern herumschlagen, zu belohnen und bei der Stange zu halten.

      In der Praxis allerdings einfach mal eine halbe Stunde zu Lochen, nur weil einem zugewiesene Aufgaben zu schwer erscheinen und man einfach ein Lob bekommen möchte, ist selbstverständlich nicht der Sinn der Sache.

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