Ölaktien – Zu hohe Renditen gefördert?

Seit Mitte 2014 kennt der Ölpreis nur eine Richtung: Abwärts. Analog dazu fallen ebenfalls die Kurse der Ölkonzerne wie ExxonMobil, Chevron, Conoco, Royal Dutch Shell oder BP. Durch diesen Kursverfall, locken die Aktien dieser Konzerne mit besonders hohen Dividendenrenditen. Und dem Anleger stellt sich die Frage, ob die Zeit bereits reif ist die Aktien mitzunehmen, abzuwarten oder aufgrund der angeblichen Ölflut einen ganz weiten Bogen um diese Branche zu machen.

Ich bin nun wirklich kein Chart-Techniker, aber auch niemand, der daran glaubt, dass diesmal alles anders ist. Deswegen habe ich mir den 10-Jahres-Chart des Ölpreis und von ExxonMobil mal etwas genauer angesehen:

Ölpreis der letzten 10 JahreWertentwicklung ExxonMobil der letzten 10 JahreWie man aus dem Preisverfall in 2008 erkennt, ist der Ölpreis deutlich schneller, dafür aber auch viel kürzer als der Kurs der ExxonMobil-Aktie gefallen. Während der Ölpreis bereits Anfang 2009 schon wieder anzog, hielt der Abwärtstrend von ExxonMobil bis Mitte 2010 an (also gut 1,5 Jahre länger). Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch jetzt wieder erkennen. Der fiel innerhalb eines halben Jahres sehr stark und im Moment würde die technische Analyse vielleicht von einer Bodenbildung sprechen. Sollte der Ölpreis nun doch wieder kontinuierlich anziehen, so hätte man als Anleger immer noch etwas Spielraum, bis die Konzerne tatsächlich wieder an Fahrt gewinnen.

Achtung! Ich sagte bereits zu Beginn, dass ich kein Charttechniker bin. Deswegen gebe ich auf diese Beobachtung nicht viel. Vor allem nicht, ohne mir längere Zeiträume der Ölpreis- und Kursentwicklung (auch von anderen Ölkonzernen) angesehen zu haben. Dennoch glaube ich, dass wenn sich der Ölpreis wieder erholt, ExxonMobil als solider Energiekonzern einen Platz im Depot verdient haben könnte, weil ich eben glaube, dass wir auch hier lediglich den ganz normalen Zyklus von Rohstoffpreisen beobachten können. Allein der Ölpreis ist aber eben auch kein Indikator, ob es einem Ölkonzern gut geht oder nicht (siehe BP mit seiner Ölkatastrophe im Golf von Mexico).

Langfristig gedacht ist ein Investment bei überaus attraktiven Dividendenrenditen vielleicht auch sehr verlockend. Bei Chevron (trotz eingefrorener Dividende) erhält man aktuell eine Rendite von fast 5 %. Würde man bei einer fünfzigprozentigen Kürzung dieser (was immer noch einer Rendite von 2,5 % im aktuellen Niedrigzinsumfeld entspricht), seine Ausschüttungen weiterhin zu, dann tieferen Kursen, reinvestieren und seinen Durchschnittserwerbskurs weiter drücken, würde sich das nach einem Anstieg des Ölpreises durchaus positiv auf diese Position auswirken. Die Frage ist eben ob und wann das passiert – in meinen Augen eher: Wann?

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