Optionen: Erste Überlegungen

Dass ich Optionen in meinem Blog eine Stimme geben möchte, habe ich das ein oder andere Mal bereits erwähnt. Und nach ein paar Wochen des Herumprobierens, habe ich mir erste Gedanken über eine mögliche Strategie mit Optionen gemacht.

Wie Optionen funktionieren hatte ich bereits in meinem ersten Beitrag beschrieben, weswegen ich in diesem Beitrag nicht nochmal explizit darauf eingehen möchte.

Doch wann immer ich mit mit neuen Themen auseinandersetze, frage ich mich, ob ich dafür geeignet bin oder was ich erbringen muss um diese Eignung zu erfüllen. Aber wer ist denn nun für Optionen geeignet?

In meinen Augen sind folgende Personen, die im privaten Bereich, für Optionen geschaffen:

Zum einen langfristige Aktiensparer, die sich nach und nach in bestimmten Unternehmen eine Position aufbauen möchten oder mit dem Geld an der Seitenlinie ein wenig mehr Rendite herausholen möchten indem sie Puts schreiben.

Zum anderen Spekulanten, die versuchen mit langlaufenden Calls einen Gewinn zu erzielen (entweder weil die Dividendenrendite zum Basispreis extrem steigt oder um im Anschluss direkt Kursgewinne durch einen Verkauf der Aktien zu realisieren). Warren Buffett hat die zweite Methode erfolgreich bei der Bank of America und bei Goldman Sachs angewandt.

Meine Strategie soll sich zunächst auf das Schreiben von Puts beschränken. Diese sollen gelegentlich limitierte Kauforders ersetzen (tendenziell, wenn die Aktie knapp mehr kostet, als ich bereit bin für sie zu bezahlen). Die erzielte Prämie möchte ich dann gerne umgehend in zukünftiges Dividendeneinkommen umwandeln indem ich mit dieser den Basiswert kaufe. Da ich grundsätzlich Unternehmen kaufe, die ins Dividend-Growth-Investing-Universum fallen, habe ich somit eine kleine Position, die mir sofort Dividenden auf das laufende Konto spült. Sollte der Käufer meines Puts die Option ausüben, vergrößert sich die Position und ich bekomme künftig noch mehr Dividenden. Wird die Option nicht ausgeübt, schreibe ich einen neuen Put und wiederhole die Vorgehensweise.

Dabei schreibe ich aber nur Puts, wenn ich die Summe, die fällig wird, sollte die Option vom Käufer ausgeübt werden, auch liquide habe. Rico hat gezeigt wo es enden kann, wenn man bei Optionsstrategien hebelt (auf Kredit kauft).

Unklar war mir bisher immer, wie ich eine verkaufte Option streichen kann. Einen grundsätzlichen Rücktritt von der verkauften Option gibt es nicht. Einen Rücktritt des Puts kann man aber erreichen, indem man die Position schließt (also einen Call mit gleichem Strike kauft). Gegebenenfalls zahlt man hier aber eine höhere Prämie.

Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung meiner Überlegungen:

  • Verwendung von Puts als Limit-Order
  • Tausch vereinnahmter Prämie in Dividendeneinkommen, durch Kauf des Basiswertes
  • kein Hebel

Hast du bereits Erfahrung mit Optionen oder kommen diese Finanzinstrumente für dich nicht in Frage? Wie sieht oder sähe deine Strategie aus?

8 Antworten

  • Hallo Marco,
    1. finde ich toll, dass Du auch einen Blog hast. Man sieht dann gleich, ob jemand ähnlich tickt.

    2. Von Optionen hatte ich mich immer fern gehalten. Kostolany hatte seine Leser immer vor Derivaten gewarnt. Bei Daily Trade Alert habe ich einen Artikel gelesen, wie man seine Rendite aufbessern kann, weswegen ich mich da ein wenig eingelesen habe.
    Deine Erklärungen über Arten von Optionen waren sehr verständlich und Puts verkaufen wäre genau auch mein Ding, weil ich eine Aktie zu einem Kurs kaufen würde, zu dem ich ohnehin gekauft hätte. Wenn der Kaufkurs während der Laufzeit nicht erreicht wird, streicht man jedoch eine Prämie ein. Feine Sache. Da sehe ich wenig Risiko.
    Hast Du da mittlerweile Erfahrungen sammeln können? Bei welchem Broker bist Du da z. B.?

    • Hi ZaVodou,

      es macht mir auch Spaß meine Gedanken zu all den Themen zu teilen, aber andererseits auch für mich selbst chronologisch zu archivieren.

      Meine Denkweise war früher ähnlich. Weil ich Optionsscheine, CFDs, etc. in einen Topf geworfen habe. Außerdem dachte ich immer richtige Optionskontrakte können nur institutionelle Anleger eingehen.

      Durch Ricos Blog kam ich dann auf die konkrete Vorgehensweise. Durch ihn habe ich auch ein Demokonto bei Captrader ausprobiert.
      Das Konto wird hier über die Software TWS (Trader Workstation) verwaltet. Hier empfiehlt es sich meines Erachtens nach das englische Handbuch zu lesen, da dieses aktueller ist.

      Echtes Geld ist bei mir bislang jedoch noch nicht geflossen. Dennoch wollte ich im Verlaufe dieses Jahres noch ein Konto eröffnen und mit dem ersten Put beginnen. Voraussetzung sind allerdings 2.000,00 € Mindesteinlage und hier tue ich mich immer noch sehr schwer, meine Sparrate nicht regelmäßig meinem aktuellen Depot zukommen zu lassen.

      Gruß,
      Marco

    • Hallo ZaVodou!

      Ja, ich finde es extrem schwierig die Gewohnheit, meine Sparrate direkt zu investieren, abzustellen.
      Obwohl ich mir dauerhaft durch die Optionen eine bessere Rendite verspreche.

      Wenn es soweit ist, werde ich aber selbstverständlich was von mir hören lassen.

      Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ich im Juli damit beginne. Trotzdem bleibt das Problem bestehen, dass es fast immer den ein oder anderen Wert gibt, den ich gern aufstocken oder meinem Depot neu hinzufügen möchte.

      Bei meiner geplanten Vorgehensweise dürfte sich die Arbeit damit auch sehr in Grenzen halten. Es geht nur darum, wenn Liquidität frei ist, einen Put zu schreiben und dann die Beine still zu halten. Nichts anderes als die Orders, die ich sonst in den Markt gebe. Für mich fällt das somit auch nicht unter Trading oder aktives Investieren, sondern vielmehr ebenfalls unter passives Einkommen.

      Gruß,
      Marco

  • Hast du dann noch Geld in der Hinterhand?
    Weil, 2000 Euro halte ich in diesem Geschäft für zu wenig.
    Mit einem Kontrakt muss Du ja im Extremfall 100 Aktien kaufen, das bedeutet, dass, wenn du Optionen schreibst, du schauen musst, dass der ausgeübte Kurs 20 Euro nicht übersteigt. Das schränkt die Auwahl der Aktien aber erheblich ein, für die du überhaupt Optionen schreiben kannst.

    • Hallo ZaVodou,

      ich denke mittel- bis langfristig sollte man, sofern man nicht hebeln möchte, zwischen 5.000 € – 10.000 € haben, damit lohnenswerte Beträge herumkommen.

      Deswegen zögere ich auch bereits schon lange, denn bisher finde ich immer Investitionsmöglichkeiten, die direkt produktiv sind.

      Alternativ würde ich meine Sparrate bis zu einem gewissen Betrag sammeln und dann mit den Optionen beginnen. Je länger ich darüber nachdenke, desto unentschlossener werde ich.

      Ich hatte bisher Werte wie Hormel oder AT&T auf dem Schirm. Also im Bereich 20 $ – 40 $.

      Gruß,
      Marco

  • Nehmen wir mal an, Du würdest zum Zuge kommen und müsstest kaufen.
    Was machst du dann mit den Aktien?
    Bei dem Broker belassen und jedes Jahr die Dividenden nachversteuern?
    Oder würdest du auf deine Hausbank übertragen?
    Kostet das was und werden die Einstandsdaten mitübertragen?

    • Grundsätzlich behalte ich diese, belasse sie beim Broker, kassiere künftig die Dividenden und freue mich über den Einstiegskurs (=Strike abzüglich Prämie).

      Wenn ich nicht durch einen extremen Kursverfall zum Zuge kam, würde ich beginnen auf die Aktionenposition Calls zu schreiben.

      Die Dividenden müsste ich sowieso nachversteuern, da ich meinen Freibetrag bereits ausschöpfe. Die Prämien werden anders versteuert. Ich bin kein Steuerberater, weswegen ich mich auf die verwiesenen Informationen verlasse.

      Ich habe bereits einen Brokerwechsel hinter mir und da lief von der Datenübertragung alles einwandfrei.

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