Start Optionshandel

Als ich dieses Weblog im Juli 2015 began, handelte mein allererster Artikel bereits von Optionshandel.

Und seit diesem Tag habe ich mir fest vorgenommen, zeitnah ein Depot zu eröffnen, welches es mir ohne große Hürden und horrende Gebühren ermöglicht meine ersten Puts zu schreiben.

Anfängliche Schwierigkeiten

Das Problem war allerdings, dass einige Broker eine bestimmte Ersteinzahlung sehen wollen, bevor sie neuen Kunden ein Depot eröffnen. Ich schaffte es nie, über meinen Notgroschen hinaus etwas Liquidität beiseite zu legen, da ich immerzu Investitionsmöglichkeiten fand und mir das Geld für die Monate der Sparzeit sowie bis zur ersten Ordereingabe beim neue Broker zu schade war.

Nachdem ich aber nun überraschend das Angebot der Bausparkasse bekam, meinen dortigen Vertrag vorzeitig ohne Nachteile aufzulösen, meine Fortbildungskosten wegfielen und ich meinen Notgroschen zur Sicherheit etwas erhöhen wollte, kam ich nun doch in die Verlegenheit endlich den Schritt der Depoteröffnung zu wagen.

Die Tage kamen dann auch endlich die Unterlagen zurück und mein Depot wurde für den Handel freigeschaltet.

Die Software

Da ich im vergangenen Jahr bereits an einem Demokonto den Umgang mit der Handelssoftware Trader Workstation (TWS) üben konnte, gehe ich davon aus, dass ich zunächst auf keine technischen Grenzen stoßen werde. Aber ich habe bereits letztes Jahr schon überlegt eventuell die wichtigsten Orders mal per Screenshot darzustellen und wo man was anklicken bzw. eingeben muss, da die TWS zunächst doch etwas komplex erscheint und man besser auf das englischsprachige Manual zurückgreift, weil alle deutschsprachigen Dokumentationen, die ich fand, maßlos veraltet waren.

Die Regeln

Außerdem habe ich vor Weihnachten noch meine Anlagerichtlinien für den Optionshandel auf Papier gebracht, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Sie geben Aufschluss darüber, wie ich bei der Generierung von Optionsprämien vorgehe. Dabei sollen kontinuierliche Einnahmen bei gleichzeitig geringem Risiko erzielt werden. Die Betrachtung erfolgt stets aus Stillhalterpersepektive und es wird von gedeckten Optionen ausgegangen. Ich möchte nicht hebeln, also nicht auf Kredit handeln.

Gedeckte Puts

Grundsätzlich dient die Optionsprämie dazu, den Kaufkurs eines Unternehmens um die Höhe der Prämie je Aktie zu reduzieren. Folgende Punkte sind dabei zu berücksichtigen.

Auswahl des Basiswertes

Als Basiswert werden nur Unternehmen ausgewählt, in die auch ein Direktinvestment in Erwägung gezogen werden würde. Dadurch wird verhindert, dass bei Ausübung der Option Aktien in das Depot eingebuchtet werden, in die man sonst nicht langfristig investieren würde.

Orientierung bieten hierbei die vorhandenen Beobachtungslisten.

Auswahl des Basispreises

Als Basispreis (Strike) wird ein Wert gewählt, der möglichst unterhalb des ermittelten fairen Wertes liegt. Dadurch soll ermöglicht werden, dass eine Ausübung nicht zwingend erfolgt und somit die Möglichkeit besteht, die Option erneut zu schreiben.

Auswahl der Laufzeit

Die Laufzeit soll möglichst kurz gewählt werden, um ein geringeres Risikozeitfenster zu öffnen. Des Weiteren wird so der Vorteil des zum Ende hin eher rapide fallenden Zeitwerts der Option genutzt.

Covered Calls

Covered Calls kommen zum Einsatz, sobald eine Option ausgeübt wurde. Dabei sind die folgenden Einflussfaktoren zu beachten.

Auswahl des Basiswertes

Jede Depotposition die mindestens 100 Aktien umfasst, wird veroptioniert. Der Basiswert ergibt sich somit aus ausgeübten Putoptionen.

Auswahl des Basispreises

Im Idealfall liegt der Basispreis über dem Einstandspreis. Sodass bei Ausübung ein Kursgewinn zzgl. Optionsprämien entsteht. Ist ein Call oberhalb des Einstandskurses nicht möglich, verweilen die Aktien so lange im Depot, bis ein Call oberhalb des Einstandskurses geschrieben werden kann.

Bis zu diesem Zeitpunkt dient die Aktienposition dazu Dividendeneinnahmen zu generieren. Diese werden, wie die Optionsprämien, als Reduzierung des Einstandskurses angerechnet.

Auswahl der Laufzeit

Hier gelten dieselben Regeln wie bei den gedeckten Puts (siehe oben).

Das war es zunächst mit dem groben Rahmen. Ich hoffe aber, dass ich künftig noch weitaus mehr über meinen persönlichen Optionshandel zu berichten habe.

10 Antworten

  • Ähnelt meiner Vorgehensweise würde ich sagen 😉 Nur dass ich auf Margin handle.
    Wenn du keinen Kredit beanspruchen möchtest, musst du aufpassen, dass du genug Dollar zur Verfügung hast bei amerikanischen Aktien. Dann müsstest du also vorher deine Euro am Forexmarkt gegen Dollar tauschen.

    Auch wenn du genug Euro zur Verfügung hast, und dir werden amerikanische Aktien in Dollar eingebucht zahlst du auf die ausgeborgten Dollar Zinsen.

    Auf jeden Fall viel Erfolg! Wenn du dich austauschen möchtest, weißt du ja wo du mich finden kannst 🙂

    mfG Chri

    • Hi Chri,

      danke für deinen Kommentar.

      Ich hatte schon überlegt, meine EUR in USD zu tauschen, da ich fast ausschließlich amerikanische Werte handeln möchte.

      Da gehe ich auch gerne das Währungsrisiko ein, habe ich mit meinem vergangenen Aktienkäufen von US-Unternehmen ja letztlich nicht anders gemacht.

      Oder gibt es da noch einen Haken. Ich habe mir das technisch so vorgestellt:

      1. Verkauf Put
      2. Strike erreicht, somit Ausübung
      3. Aktien werden mir eingebucht
      4. Kursgegenwert der Aktienposition in EUR wird von meinem Verrechnungskonto gebucht

      Habe ich einen Denkfehler? Natürlich könnte ich die Einzahlungen auch vorher schon in USD tauschen.

      • Ein Beispiel:

        Dein Konto wird in Euro geführt. du hast 4000 Euro da drauf und verkaufst einen 40er Put auf eine amerikanische Aktie. Bei Ausübung kaufst du 100 Aktien zu einem Preis von 40 Dollar, das macht also 4000 Dollar.

        Nun hast du in deinem Konto folgendes:
        +4000 Euro
        -4000 Dollar
        +100 Aktien

        Du hast zwar die Euro, aber zahlst auf die 4000 Dollar Zinsen, solange du deine Euro nicht in Dollar umtauschst.Verstehst du was ich meine? Aber keine Angst, die Zinsen sind gering. Ich zahle aktuell jeden Monat zwischen 20 und 50 Euro Zinsen bei ausgeborgten Dollar von über 20.000.

        Wenn du die Aktien wieder verkaufst hast du die negativen Dollar im Depot nicht mehr. Die Euros wurden dafür nie angegriffen.

        mfG Chri

        • Hallo Chri,

          vielen Dank für deine Erklärung.

          Ich verstehe, was du meinst. Ich bin bislang allerdings davon ausgegangen, dass der Broker bei der Einbuchung der Aktien den Gegenwert verrechnet.

          Gut zu wissen, dass das nicht so ist. 🙂

          Gruß,
          Marco

          • bei meinem Broker ist es zumindest so, wie es bei anderen ist, kann ich dir leider nicht sagen, ich schätze aber mal dass es ähnlich ist, da er ja auch daran verdienen möchte.

            mfG Chri

          • Hi Chri,

            ich habe gestern Abend mit dem Service-Center meines Brokers telefoniert. Das wird dort ebenfalls so gehandhabt, wie von dir beschrieben.

            Gruß,
            Marco

  • Hallo Marco,

    viel Erfolg mit deinen ersten Optionsgeschäften! Finde ich super, dass du deine Anlagekriterien / -richtlinien schriftlich notierst, damit man von seiner Strategie nicht so leicht „aus Versehen“ abweicht. Muss ich mir auch noch mehr angewöhnen…

    Optimierst du deine Käufe daraufhin, dass du die Dividendentermine berücksichtigst um möglichst schnell bei einer Ausübung von der Ausschüttung zu profitieren?

    Wo hast du dein Demokonto bzw. bei welchen Broker willst du das betreiben?

    Gruß
    emexy

    • Hi emexy,

      ich denke auch, dass es hilft, wenn man seine Regeln schwarz auf weiß festhält.

      Trotzdem werde ich mich nicht sklavisch an diese halten, da ich ja praktisch noch gar nicht begonnen habe. Es wird mit Sicherheit noch zahlreiche Anpassungen geben, die aus hoffentlich zunehmender Erfahrung resultieren werden.

      Die Dividendentermine (also ex dates) habe ich bisher auch immer beim Kauf von Aktien im Blick gehabt. Jedoch nicht so viel darauf gegeben, wenn ich mir einen Titel kaufte, den ich langfristig halten möchte. Zu Beginn war mir das deutlich wichtiger und ich habe immer darauf geachtet möglich kurz vor dem ex Date zu kaufen.

      Bei Optionen hatte ich mir aber auch schon überlegt so vorzugehen wie Chri und mir eine Position von 100 Stück einen Tag vor dem ex Date zu kaufen und direkt einen Call zu schreiben. So ist sind mir die Dividende und Prämie sicher und bei Ausübung profitiere ich eventuell zusätzlich von einem kleinen Kursgewinn.

      Mein Depot habe ich bei LYNX Broker eröffnet. Da spiele ich aktuell aber noch mit dem Demokonto herum.

      Gruß,
      Marco

  • Moin Marco,

    ich habe auch zu jeder Strategie ein eigenes Regelwerk. Weiche ich davon ab, notiere ich mir den Fall. Kommt diese Abweichung öfters vor und hat zudem eine positive Erwartung auch in der Zukunft, wird die Regel ins Werk aufgenommen! Vorallem bei den Butterfly’s sind es mittlerweile ganze Bücher.
    Als Mitstreite bleibe ich auch bei Dir hier am Start 🙂
    Beste Grüße

    • Hi Axe,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich denke, es ist unerlässlich seine Strategie, Ziele oder ähnliches zu Papier zu bringen.

      Nachträgliche Anpassungen sollten aber natürlich erlaubt sein, wenn sie Sinn ergeben.

      Freut mich, wenn du hier regelmäßig vorbeischaust, auch wenn es aktuell hauptsächlich nur Einnahmereports gibt.

      Gruß,
      Marco

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