Von Marken und Management

Aus diversen Studien wird immer wieder deutlich, dass Konsumgüterhersteller, Pharma- sowie Energieunternehmen die wahren, langfristigen Treiber von Indices sind.

Doch was unterscheidet diese Unternehmen von anderen? Warum findet man beispielsweise in den großen Indices keine REITs?

Was macht Unternehmen wie Nestlé, Coca-Cola, Pepsico oder Procter & Gamble so erfolgreich?

Dazu muss man sich die Unternehmen etwas genauer anschauen. Realty Income ist beispielsweise einer der am häufigsten anzutreffenden REITs in Dividendendepots. Es handelt sich um eine Immobiliengesellschaft, die monatlich eine Dividende an seine Anteilseigner ausschüttet. Es ist also in der Tat so, als hätte man Immobilien und bekommt monatlich die Mieteinnahmen auf sein Depotverrechnungskonto gutgeschrieben. Allerdings ist Realty Income einzig und allein von seinem Management abhängig. Also dem Management des gesamten Immobilienportfolios. Dieses hat in der Finanzkrise um 2008/2009 hervorragende Arbeit geleistet und so gut funktioniert, sodass das Unternehmen seit 22 Jahren steigende Dividenden ausschütten kann (vgl. hier CCC-List). Das aber bedeutet aber auch, dass wenn das Management schlecht arbeitet, die Gefahr einer Dividendenkürzung oder -streichung sehr wahrscheinlich folgen kann.

Was machen Konsumgüterhersteller dagegen anders? Diese Unternehmen haben einen riesigen Vorteil. Natürlich profitieren auch sie von gutem Management, aber sie haben darüber hinaus Marken. Wenn man sich anschaut was Nestlé oder Coca-Cola an Marken besitzen versteht man erst, über wie viel Macht diese Unternehmen verfügen. Nestlé ist es egal, wenn die Instant-Nudeln in Indien wegen eventuell erhöhten Bleiwerten zurückgerufen werden müssen und einige Maggi-Produkte (solange dieses Thema in den Medien präsent ist) ein wenig Glanz verlieren. Nestlé fährt währenddessen unglaubliche Umsätze mit Keksen, Schokolade, Kaffee, Frühstücksflocken, Getränken, und so unendlich viel mehr Produkten ein, dass kleinere Produktfehler schnell verziehen sind. Es ist ein riesiges, breit diversifiziertes Konglomerat aus Nahrungsmitteln, Getränken und Tiernahrung, dass durch Managementfehler nicht so schnell den Boden verliert, wie ein Unternehmen, dass eine solche Anzahl an Marken nicht besitzt.

Und genau solche Marken, oder langlaufende Patente (siehe Pharmaunternehmen) sind das Geheimnis des Erfolgs dieser Unternehmen, die ihren Anteilseignern beim Vermögensaufbau enorm helfen können.

Dass ebenso die Energieunternehmen wie ExxonMobil oder Chevron zu diesen Kurstreibern gehören, kann man sich angesichts der aktuellen Ölpreisschwäche und den aktuellen Quartalszahlen kaum vorstellen. Aber wir befinden uns zurzeit in unteren Bereich des Ölpreiszyklus (oder vieler anderer Rohstoffpreise). Aber das ist normal. Das hat es schon immer gegeben. Natürlich weiß niemand, wie lange diese Phase anhalten wird. Eines ist aber klar. Energie wird in unserer Welt benötigt. Und wenn ein Unternehmen es schaffen kann sich aktuellen Gegebenheiten anzupassen, dann sind es diese Energiegiganten, die auf enormen Mengen Geldbeständen sitzen und auch andere Wege der Energiegewinnung erschließen können, auch wenn sie derzeit schwierige Tage vor sich haben.

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