Warum eigentlich Optionen?

Da schreibe ich zu Beginn, dass ich hier keine Finanzprodukte erkläre und beginne meinen allerersten Post damit, wie Optionen funktionieren und warum ich sie gut finde.

Optionen sind bedingte Termingeschäfte. Anders als zu herkömmlichen Termingeschäften hat hier nämlich jemand die Möglichkeit zu entscheiden, ob er die Option ausüben möchte oder nicht.

Es gibt zwei Arten von Optionen. Die Kaufoption, auch Call genannt, und die Vierkaufoption, auch als Put bekannt. Optionen können zwischen zwei Vertragspartnern geschlossen werden. Deswegen spricht man auch von Optionskontrakten. Da es zwei Arten von Optionen gibt (Call und Put) und diese wiederum von zwei Parteien geschlossen werden, gibt es genau vier Rechtspositionen.

Käufer des Calls: Der Käufer eines Calls hat das Recht, einen Basiswert (in der Regel die Aktie eines Unternehmen), zu einem bestimmten Basispreis, innerhalb eines bestimmten Zeitraums – oder zu einem bestimmten Zeitpunkt – zu kaufen. Für dieses Recht zahlt er die Optionsprämie.

Verkäufer des Calls: Der Verkäufer (auch Stillhalter genannt) eines Calls hat die Pflicht, den Basiswert, zum Basispreis zu verkaufen, wenn der Käufer des Calls dies wünscht. Für diese Verpflichtung erhält er die Optionsprämie.

Käufer des Puts: Der Käufer eines Puts hat das Recht, einen Basiswert, zu einem bestimmten Basispreis, innerhalb eines bestimmten Zeitraums – oder zu einem bestimmten Zeitpunkt – zu verkaufen. Für dieses Recht zahlt er die Optionsprämie.

Verkäufer des Puts: Der Verkäufer eines Puts hat die Pflicht, den Basiswert, zum Basispreis zu kaufen, wenn der Käufer des Puts dies wünscht. Für diese Verpflichtung erhält er die Optionsprämie.

Die Rechtspositionen sind uns nun bekannt, doch was nützt uns das in der Praxis? Beispiel gefällig?

Warren Buffett kaufte 2011 Calls von der Bank of America, die es ihm ermöglichen, 700 Millionen Aktien der Bank of America zu kaufen. Dies kann er bis 2021 tun. Und zwar bekommt er diese Aktien zu je 7,14 $/Stück. In Summe macht das circa 5 Milliarden US-Dollar. Aktuell steht der Kurs der Bank of America Aktie bei rund 16,7 $.

Würde Warren Buffett seine Optionen nun ausüben, hätte er seine 5 Milliarden US-Dollar mit einem sofortigen Verkauf der Aktie mehr als verdoppelt. Denn er zahlt für eine Aktie, die eigentlich 16,7 $ kostet, weniger als die Hälfte. Wenn das mal kein gutes Geschäft innerhalb von vier Jahren ist.

Was wenn der Kurs der Bank of America Aktie unter 7 $ notieren würde? Ganz einfach. Warren Buffett übt die Optionen einfach nicht aus und lässt sie verfallen. Dann würde er auf der Optionsprämie sitzen bleiben.

An Buffetts Deal mit der Bank of America konnten wir sehen, wie man mit dem Kauf von Optionen Geld verdient. Allerdings setzt dies voraus, dass der Aktienkurs steigt. Über einen sehr langen Zeitraum, wie hier (10 Jahre) sicherlich kein Problem, aber genau abschätzen kann ich das auch nicht.

Zum Glück gibt es noch einen anderen Weg. Wir können ebenso als Verkäufer einer Option auftreten. Das nennt man auch eine Option schreiben.

Als Beispiel soll einmal mehr Warren Buffett, oder vielmehr seine Unternehmensbeteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway herhalten, deren Aktie derzeit rund 140 $ kostet.

Angenommen wir wären bereit, die Aktie für 135 $ zu kaufen. Dann könnten wir einen Put zu 135 $ schreiben. Wir verkaufen also einen Optionskontrakt (dieser besteht aus 100 Aktien). Wir sollten also 13.500 $ auf unserem Cash-Konto geparkt haben.

Wir erhalten als erstes die Optionsprämie. Diese nimmt uns auch keiner mehr. Fällt der Kurs von Berkshire Hathaway nicht unter 135 $ während unserer zuvor festgelegten Laufzeit, dann verfällt die Option wertlos und wir haben die Prämie verdient.

Fällt der Kurs unter 135 $, dann wird der Käufer die Option ausüben und wir müssen zahlen. Anschließend bekommen wir die Aktien ins Depot gebucht.

Da wir die Aktie zu dem Preis sowieso gekauft hätten, ist dies ein gutes Geschäft für uns. Wir können die zuvor erhaltene Optionsprämie vom Kaufkurs abziehen und haben somit sogar weniger als 135 $/Aktie gezahlt.

Technisch funktioniert ein Put also fast identisch, wie eine limitierte Kauforder.

Beide haben einen festgelegten Preis und eine Befristung. Die Order kann widerrufen werden, sofern sie noch nicht ausgeführt wurde, die Option nicht. Dafür erhalten wir als Stillhalter eine Prämie. Optionen sind also durchaus eine Überlegung wert.

 

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